Vom Zusammenhang zwischen basischer Ernährung und Hyperhidrose

Unter heftigem Schwitzen ohne körperlicher Anstrengung als Auslöser zu leiden ist kein Vergnügen. Es wird von anderen Leuten negativ wahrgenommen und in Vorwürfe gegen den Schwitzenden umgesetzt, von wegen; er wasche sich nicht oft genug und dergleichen. Dabei kann die Hyperhidrose, wie das übermäßige Schwitzen medizinisch genannt wird, verschiedene Gründe haben und entsprechende Abhilfen kennen. Wir wollen hier ergründen, ob du über die basische Ernährung ein starkes Schwitzen und die damit einhergehenden Geruchsemissionen bekämpfen kannst, und wie das zu geschehen hat. Nebenbei erfährst du etwas über andere Behandlungsmethoden des übermäßigen Schwitzens. Das letzte Wort dazu, was die Anwendung in deinem persönlichen Fall angeht, muss aber ein Arzt haben.

Einleitung: Saure und alkalische (basische) Vorgänge innerhalb unserers Körpers

Noch vor der Geburt sind wir ganz auf basische Stoffe getrimmt, denn das Fruchtwasser um den Embryo ist eine basische Lösung. Unser Leben lang versucht unser Organismus das Blut auf leicht basischem Charakter eines pH-Wertes von 7,4 zu halten - also leicht vom Mittelwert der pH-Skala von 1 (sehr sauer) zu 14 (sehr alkalisch/basisch) in Richtung der basischen Hälfte des Spektrums eingerückt. So ist die Magensäure mit einem pH-Wert 1,0 bis 1,5 wirklich sehr sauer, die Hautoberfläche notiert bei pH 5,5, reines Wasser liegt völlig neutral auf 7; der Pankreassaft der Bauchspeicheldrüse bei 8,3. Unser Körper versucht ständig ein Gleichgewicht zwischen sauer und basisch einzupendeln, doch nicht immer erfolgreich. Liegt eine Übersäuerung vor, ist dieses Gleichgewicht gestört und Körperbereiche mit basischem Charakter werden von unzureichend gebundenen oder abgeführten Säuren bedroht. Solche Organe sind das But, die Lymphe, die Gallenflüssigkeit, das Bindegewebe und der Dünndarm. Anderenseits fallen unter dem Einfluss der Übersäuerung (Azidose) die bereits gesund als sauer charakterisierten Körperbereiche ab in einen pathologisch abgesenkten pH-Wert. Zu diesen gehören der erwähnte Magen, der Dickdarm und die Scheide. Die basische Ernährung versucht die Bemühungen des Körperregelwerks zu unterstützen, das Gleichgewicht wiederherzustellen - dazu später mehr. Wenn nun zu viele Säuren produziert werden, versucht der Körper diese zu neutralisieren, da sie nicht so einfach loszuwerden sind. Natriumhydrogencarbonat und Mineralien wie Calcium, Kalium und Magnesium werden zur Neutralisierung herangezogen. Werden diese nicht durch die basische Ernährung gestellt, zieht der Organismus sie aus den Knochen und Zähnen ab. Das ist schon ein Problem für sich. Nicht unproblematisch ist auch die Strategie des Körpers, Fettzellen anzulegen zur Einlagerung der überschüssigen Säuren in ihrer neutralisierten Form - den Schlacken. Schlackenablagerungen werden verantwortlich gemacht für Blutgefässverstopfung, Beeinträchtigungen der Augennetzhaut, Haarausfall, Steine in Niere, Galle und Blase, schmerzhafte Einlagerungen in Gelenken (Gicht und Rheuma), Cellulite. Die Niere versucht über den Urin Säuren auszuscheiden. Und last but not least - du schwitzt die Versäuerung über den Schweiß aus: unser Thema, bevor wir die basische Ernährung näher erläutern.

Wie kommt es zum starken Schwitzen?

Schwitzen ist zunächst mal eine wichtige natürliche Funktion zum Klimatisieren des Körpers, der darüber Kühlung erfährt. Erst wenn übermäßig oft und unabhängig von äußeren Einflüssen geschwitzt wird und die Menge an abgesondertem Schweiß das vernünftige Maß übersteigt, spricht man von Hyperhidrose. Definiert wird sie mit 100 mg Schweißsekret in fünf Minuten in der Achselhöhle. Die Hand- und Fussflächen sind am häufigsten betroffen, dann die Achselhöhlen und erst dann der Kopf mit Schwerpunkt Stirn. Stark schwitzen bei Hitze und bei erheblicher körperlicher Arbeit ist völlig normal. Die Hyperhidrose wird in Stufen aufgeschlüsselt in eine leichte (eine nur deutlich vermehrte Hautfeuchtigkeit wird verzeichnet), eine mittlere (Schweißperlen werden gebildet, an Händen und Füssen auf die Unterseiten beschränkt) und eine starke Ausformung (Schweiß tropft ab und tritt auch auf Rückseiten von Händen und Füssen auf). Die Ursache für angeborene Hyperhidrosis ist unbekannt, während die sekundäre (erworbene) Hyperhidrosis ihre Auslöser in körperlichen, seelischen Störungen oder einer Erkrankung haben. Bei übermäßigem Schwitzen kommt es durch Zersetzung des Sekrets auf der Haut und den Stoffwechsel beteiligter Bakterien zu jenem unangenehmen säuerlichen Geruch von Schweiß, der soziale Nachteile wie Unterstellungen hygienischer Nachlässigkeit, Ächtung und Mobbing bewirken kann.Da wir schon festgehalten haben, dass infolge von Schlackenablagerung während der körpereigenen Bekämpfung einer Übersäuerung Fettzellen angelegt werden, liegt hier schon eine Verbindung zur Fettleibigkeit vor, die bekanntlich einhergeht mit einer Neigung zu starkem Schwitzen. Eine Ursache von mehreren. Sie sollte dir den Hinweis liefern, dass die basische Ernährung eines der Mittel ist, sowohl die Fettleibigkeit als auch die Schwitzerei gemeinsam in den Griff zu bekommen. Tatsächlich diskutiert die Fachwelt die Möglichkeit, dass Hyperhidrose auf eine Stoffwechsellage zurückgeht, bei der der Körper zu viele Sauerstoffverbindung reaktiver Art aufbietet - resultierend im Oxidativen Stress, währenddessen das Blut abweichende Werte aufzeigt: Superoxid-Dismutase und Glutathion-Proxidase. Das vegetative und periphere Nervensystem wird stimuliert. Also ein Stoffwechselproblem? - Wir denken gleich wieder an basische Ernährung und werden das näher beleuchten.

Methoden gegen Hyperhidrose und das Mittel der basischen Ernährung

Was kann man gegen Hyperhidrose tun und die Gerüche, die damit auftreten in den Problemzonen hauptsächlichen Schwitzens? In der topischen Therapie setzt der Arzt Aluminiumchlorid in Antitranspirantien ein, wobei Hyperhidrose-Betroffene eine höhere Dosis benötigen. Aluminiumsalze dringen dabei in die Schweißkanäle ein und verstopfen diese durch Verbindung mit vorgefundenem Keratin. Ein anderes Mittel ist die Urotropin-haltige Salbe, die nach dem Aufstreichen mit saurem Schweiß Formaldehyd bildet; nach der Denaturierung der Schweißproteine sind die Schweißdrüsen verschlossen. Die Behandlung per Iontophorese sieht elektrische Bäder vor, in die Hände oder Füsse eingetaucht werden. Ohne es wissenschaftlich befriedigend erklären zu können bewirkt dieses Bad unter Gleichstromeinsatz von einer Wanne zur anderen (über den Körper) eine Schweißhemmung, aber das will nicht verlässlich bei jedem Patienten gelingen. Eine andere Behandlung sieht den Einsatz von Botulinumtoxin, demselben Mittel, womit die Kosmetikchirurgie Faltenglättung betreibt, vor. Das Nervengift setzt sich an perhipheren Nervenenden ab und blockiert die Signalübertragung zum Ausscheiden von Schweiß aus seinen Drüsen. Der weitgehendste Eingriff sieht die chirurgische Entfernung von axillären Schweißdrüsen vor. Gemessen daran ist die basische Ernährung geradezu zärtlich in der Anwendung. Die basische Ernährung macht durch Nachregelung der Balancierung des Säurehaushalts die Einlagerung von Fett in den Körper und damit deine unerwünschte Gewichtszunahme und andere Schlackenbildungsnachteile überflüssig. Die basische Ernährung sollte bei konsequenter Anwendung dazu führen, dass du wieder Gewicht verlierst, wenn die bereits zwecks Schlackenentledigung angelegten Fettpolster wieder abgebaut werden. Ein Körperhaushalt im Gleichgewicht von Basen und Säuren mittels Umstellung auf basische Ernährung lässt einen Abbau der Schlackenablagerungen = Fettpolster und ein Zurückgehen des übermäßigen Schwitzens erwarten. Dazu sollte man Stressfaktoren reduzieren und vielleicht auch (zu wenig wie) zu viel Sport vermeiden, da auch die regulierenden Mineralstoffe beim Schwitzen verloren gehen. Übrigens ist auch das Seniorenalter ein Grund für den schlechteren Säureabbau, infolge Verlangsamung sämtlicher Körperprozesse.

Nahrungsmittel unterschieden nach ph-Wert oder beurteilt nach PRAL

Was wir essen, wird unterschiedlich von unserer Verdauung verwertet. Es wird in Magen und in den diversen Stadien der Darmverdauung eine Aufspaltung der verschluckten Materialien vorgenommen und Unverwertbares oder Überschüssiges möglichst mit Exkrementen ausgestoßen. Von der Ausscheidung überschüssiger Säure über den Schweiß hast du eben gelesen, das meiste aber wandert über Darm oder Nieren aus den beiden Austrittsöffnungen nach draußen. Die Nieren sind am wichtigsten für Ausscheidung von sauren Abbaustoffen aus dem Eiweißstoffwechsel. Darum kann man auch im Urin am besten messen, inwieweit der Körper im Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen ist. Nun kann man die Nahrungsmittel einteilen in solche der sauren und der basischen Ernährung. Was wohin gehört, darüber gibt es teils abweichende Urteile. Es genügt wohl nicht den pH-Wert, der vor der Verdauung am Lebensmittel gemessen wurde, heranzuziehen. Besser ist eine Einteilung nach dem PRAL-Wert. PRAL steht für ‚potential renal acid load‘, was die mögliche Säurebelastung des jeweiligen Lebensmittels in der Niere misst. Negative Werte sind dabei als alkalische Wirkung und im Stoffwechsel basenbildend zu verstehen, positive Werte geben eben eine Säurebelastung an. Zur basischen Ernährung nach PRAL gehören folglich Rotwein (-2,4), Kaffee (-1,4), Gemüse (-2,8), Früchte und ihre Säfte (-3,1) und Kartoffeln (-4,0). Das Gegenteil von basischer Ernährung findet sich in den Säurelieferanten Bier (+0,9), Fisch (7,9), Weißbrot (3,7), Nudeln (6,7), Fleisch (9,5), Milchprodukte (zwischen 0,9 in Vollmilch und 11,1 bei Quark), Hühnerei (8,2). Die Überraschung beim PRAL aber ist der Zucker mit +/-0, der in Darstellungen rein nach pH-Wert des Lebensmittels immer gern als Säurelieferant und damit als problematisch hervorgehoben wird. Ohne PRAL sieht die Umstellung auf basische Ernährung mehr nach Verzicht aus, doch unabhängig von der Betrachtungsweise, was sauer ist und was nicht, bleibt die Möglichkeit bestehen, nicht-basische Ernährung zu sich zu nehmen, in einem Verhältnis zwei Drittel (basisch) zu einem Drittel (sauer). Selbst die Propheten basischer Ernährung sprechen nie von kompletter Einseitigkeit. Du erinnerst dich: es geht um Gleichgewicht.

Das Säure-Basen Kochbuch von Maria Lohmann

Das Säure-Basen Kochbuch von Maria Lohmann

Um nach so viel Theorie zur basischen Ernährung diese ganz konkret im Alltagsleben auszuprobieren und umzusetzen, besorgst du dir am besten Kochbücher, die dir helfen, deine Gewohnheiten zumindest teilweise auf basische Ernährung umzustellen oder ihr mehr Gewicht zu verleihen, damit es besser mit der Balance zwischen Sauer und Alkalisch in deinem Körper klappt. Der erste Titel ist das „Säure-Basen Kochbuch“ von Maria Lohmann, hier zu finden. Die Münchner Heilpraktikerin beschäftigt sich in mehreren Publikationen mit der basischen Ernährung. Im vorliegenden Kochbuch erhältst du 140 Rezept rund um die basische Ernährung, wobei du spielerisch gleich mit erfährst, was Frau Lohmann in ihren Kanon dazu passender Ingredienzen aufgenommen hat. Es enthält sogar einen Test, womit du deinen persönlichen Säure-Basen Haushalt definieren kannst. Der Schreibstil wird als ausgesprochen allgemeinverständlich gepriesen und sollte dich darum nicht mit geschraubtem Medizinerlatein nerven. Die Warenkunde gibt dir alles zu wissen, was hier in unserem Artikel schon nicht mehr hineinpasst. Wenn man weiß, dass dabei viele exotischen Zutaten Einzug finden, kann man sich darauf einstellen, seinen kulinarischen Horizont ganz schön erweitert zu bekommen. Allerdings brauchst du eine verfügbare Quelle für solche Zutaten in deiner Nähe. Ein gut erreichbarer Naturkostladen oder andere spezialisierte Läden scheint dafür die Voraussetzung zu sein.

Das Säure-Basen Kochbuch von Jürgen Vormann und Karola Wiedemann

Das Säure-Basen Kochbuch von Jürgen Vormann und Karola Wiedemann

Etwas verwirrend mag dir vorkommen, dass dieses zweite „Säure-Basen-Kochbuch“ (Autoren Jürgen Vormann und Karola Wiedemann) fast denselben Titel hat wie das der vorangegangenen Empfehlung zur Umsetzung der basischen Ernährung in deiner eigenen Küche. Du findest es hier*. Herr Vormann mit seinem wissenschaftlichen Hintergrund als Biochemie- und Pathophysiologie-Professor und Frau Wiedemann als Hauswirtschafterin haben 100 Rezepte der basischen Ernährung zusammengestellt. Als Fleischliebhaber muss man hier nicht befürchten in einen vegetarischen Kosmos zu geraten, denn nur 13 Gerichte davon sind fleischlos. Hervorzuheben ist die hohe Bedeutung, die die Autoren der Kartoffel als Bestandteil der basischen Ernährung zuordnen - sie ist häufig in den Rezepten vertreten. Also ist das Buch genau richtig für Freunde von ‚Erdäpfeln‘. Es liegt der Fokus weniger auf exotischen Zutaten wie im Säure-Basen-Kochbuch von Frau Lohmann. Angegebene Zubereitungszeiten helfen, die basische Ernährung auch bei einem knappen Zeitvorrat in der Küche umzusetzen. Die verwendete Bebilderung trägt anregend dazu bei, sich auf die Rezepte einzulassen.

Fazit zum Behelf Basischer Ernährung gegen Hyperhidrose

Basische Ernährung wird auf acht Ebenen als basisch wirkend beschrieben: (1) Sie ist reich an basisch wirkenden Mineralien und Spurenelementen: Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium. (2) Basische Ernährung ist arm an säurebildenden Aminosäuren wie Methionin und Cystein. (3) Basische Ernährung liefert die (Bitter)Stoffe, die im Körper auch die eigene Basenproduktion anregen. (4) Keine Verschlackung mit basischer Ernährung, also nicht die genannten ungesunden Einlagerungen dort, wo man sie nicht haben will oder brauchen kann. (5) Mit Antioxidantien, Chlorophyll, Vitaminen usw enthält die basische Ernährung auch über ihren basischen Charakter hinaus nützliche Bestandteile. (6) Ein hoher Wassergehalt ist enthalten, sodass einem Flüssigkeitsmangel vorgebeugt wird. (7) Entzündungshemmende Wirkung wird geboten durch Beteiligung von Vitalstoffen und Antioxidantien. Entzündungsprozesse pflegen die Übersäuerung zu steigern, eine gegenteilige Wirkung wie über die basische Ernährung hemmt also Entzündungen. (8) Lebensmittel basischer Art stabilisieren die gesunde Darmflora und halten so den Darm fit und funktionstüchtig. Aufgekommen ist das Konzept einer basischen Ernährung in der Alternativmedizin um 1913. Die Dominanz säurestiftender Lebensmittel namentlich in Form von Fertiggerichten, Fleischprodukten, Nudeln, Eiern und Alkohol ist aber heute aktueller denn je, besonders wenn der Organismus in seiner Fähigkeit, Ausgleich zu schaffen, gestört ist, oder die Reserven an Mineralien in Knochen und Zähnen abgebaut werden. Mit dortigen Mangelerscheinungen in der Folge. Mit dem Kochbuch von Lohmann* und dem Kochbuch von Vormann/Wiedemann* hast du jedenfalls die Mittel zur Hand, die Lebensmittel für dich auszusuchen, die sowohl basischer Natur sind als auch dir schmecken. Bei konsequenter Anwendung sollte dann das saure Schwitzen zurückgehen. Tut es das nicht, könnte ein Besuch beim Arzt neue Orientierung geben, etwa um eine der vorgestellten Therapien zu versuchen.

Verwendete Quellen

  • http://www.stark-gegen-schwitzen.de/schweiss/hyperhidrose/
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperhidrose
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Basische_Ern%C3%A4hrung
  • http://www.trockenfrei.de/archive/2014/8/3/magnesium-und-calcium
  • https://www.zentrum-der-gesundheit.de/basische-ernaehrung-2.html
  • https://www.zentrum-der-gesundheit.de/saure-und-basische-lebensmittel.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Azidose
  • http://www.saeure-basen-ratgeber.de/faq/schwitzen-durch-uebersaeuerung-azidose-ursachen-behandlung/
  • https://www.gesundheits-fakten.de/saurer-schweiss-ursachen-und-gegenmassnahmen/
  • http://www.karl-heinz-herrmann.de/wellness/Tipps/Basisch-Sauer-Ernaehrung.php